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Lateinamerika

Durchschnitt EF EPI: 50,54 Durchschnittliche Bevölkerungsanzahl: 552614516 BNE pro Kopf: $ 15037

Englischkenntnisse:

  • Sehr Gute
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  • Mittlere
  • Geringe
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Lateinamerika Durchschnitt EF EPI: 50,54

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LATEINAMERIKA ERGREIFT MASSNAHMEN ZUR VERBESSERUNG DER ENGLISCHKENNTNISSE

Die Englischkenntnisse unter Erwachsenen in Lateinamerika sind gering und sie haben sich in vielen Ländern seit letztem Jahr verschlechtert. Von den 14 Ländern Lateinamerikas, die in den diesjährigen Index aufgenommen wurden, fallen alle bis auf zwei Länder – Argentinien und die Dominikanische Republik – in die niedrigsten Kompetenzstufen.

SPANISCH ALS REGIONALE LINGUA FRANCA

Anders als in Europa und Asien, wo Englisch die Sprache der regionalen Kommunikation darstellt, wird Lateinamerika durch das Spanische vereint. Diese gemeinsame regionale Sprache schwächt die Anreize, die englische Sprache zu meistern. Zudem ist sie neben schwachen öffentlichen Bildungssystemen ein wesentlicher Faktor für den zögerlichen Fortschritt auf dem Weg der Region zu einer Verbesserung der Englischkenntnisse.

Obwohl Spanisch als regionale Lingua Franca fungiert, erkennen viele Länder Lateinamerikas den Wert einer Englisch sprechenden Arbeitnehmerschaft in einer wettbewerbsorientierten globalen Ökonomie. Diese Länder investieren derzeit in Schulreformen und Ausbildungsprogramme für Lehrer, die auf eine Verbesserung der Englischkenntnisse abzielen.

ARGENTINIEN BEHÄLT DIE NASE VORN

Argentinien ist in Bezug auf die Englischkenntnisse das bei weitem stärkste lateinamerikanische Land. Englischlehrer in Argentinien sind im Allgemeinen hoch qualifiziert, da sie ein fünfjähriges Ausbildungsprogramm absolvieren müssen, um an öffentlichen Schulen unterrichten zu können. Im jüngsten nationalen Bildungsgesetz, das 2006 verabschiedet wurde, schrieb die Regierung vor, dass alle Schüler von der vierten bis zur zwölften Klasse an öffentlichen Schulen verpflichtend Englischunterricht erhalten müssen.

Argentinien

Englischkenntnisse: Gute
EF EPI-Punktzahl: 58,4
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BRASILIEN UND MEXIKO LEGEN SCHWERPUNKT AUF MOBILITÄT UNTER STUDENTEN

Die beiden bevölkerungsreichsten Länder Lateinamerikas, Brasilien und Mexiko, fokusieren sich darauf, hunderttausende Studenten in englischsprachige Länder zu entsenden, damit sie dort an Kurzzeitprogrammen teilnehmen und sich für reguläre Studiengänge einschreiben.

In dem Versuch, die geografische Nähe und die engen Beziehungen zu den USA zu nutzen, hat die mexikanische Regierung im letzten Jahr das Projekt 100.000 gestartet. Bis zum Jahr 2018 sollen über das Programm 100.000 mexikanische Studierende zur Teilnahme an kurzzeitigen Englisch-Intensivkursen in die Vereinigten Staaten entsendet werden. Im Gegenzug haben die USA zugesagt, bis 2018 50.000 Studierende zum Studium nach Mexiko zu schicken. Diese bilateralen Initiativen haben zum Ziel, die sprachlichen Fertigkeiten auf beiden Seiten der Grenze zu stärken.

Im Jahr 2013 hat das brasilianische Bildungsministerium das Programm „English Without Borders“ ins Leben gerufen, um Universitätsstudenten auf das Studium in englischsprachigen Ländern vorzubereiten. Seit seinem Start wurden im Rahmen von „English Without Borders“ hunderttausende Schüler und Studierende an hunderten Schulen und Universitäten in allen Staaten Brasiliens geprüft und unterrichtet.

Zudem hat Brasilien die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio dazu genutzt, Begeisterung für das Erlernen der englischen Sprache zu wecken. Die Ministerien für Bildung und für Tourismus haben mehrere Englisch- und Spanischkurse für verschiedene Bevölkerungsgruppen initiiert.

LÄNDER NUTZEN DIE AUSBILDUNG VON LEHRKRÄFTEN

Die meisten Initiativen zur Reformierung des Englischunterrichts in der Region beinhalten Aus- und Weiterbildungsprogramme für lokale Englischlehrer. Die Regierungen sind der Überzeugung, dass die Investition in die berufliche Weiterentwicklung von Lehrern die Englischkenntnisse zukünftiger Generationen von Studierenden verbessern wird. Unsere Forschungsergebnisse stützen diese Ansicht, da sie durchweg zeigen, dass die Investition in die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften eines der effektivsten Mittel zur langfristigen Verbesserung der Englischkenntnisse darstellt.

Ecuadors Stipendienprogramm „Go Teacher“ und das „Panama Bilingual Program“ entsenden jedes Jahr hunderte lokale Lehrkräfte zum Sprach-und Methodiktraining an Universitäten in englischsprachigen Ländern. Das „Panama Bilingual Program“ finanziert zudem Vor-Ort-Trainings für Englischlehrer sowie zusätzliche Englischkurse für Schüler der Primar-und Sekundarstufe.

Ecuador

Englischkenntnisse: Geringe
EF EPI-Punktzahl: 49,13
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Panama

Englischkenntnisse: Sehr Geringe
EF EPI-Punktzahl: 48,08
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Kolumbien

Englischkenntnisse: Sehr Geringe
EF EPI-Punktzahl: 48,41
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URUGUAY SETZT AUF LEHRER AUS DEM AUSLAND

Im Jahr 2009 vergab Uruguay im Rahmen der Initiative „Plan Ceibal“ als erstes Land der Welt einen Laptop an jeden Schüler und Lehrer und stellte somit innerhalb von weniger als zwei Jahren über 400.000 Geräte zur Verfügung. Darüber hinaus wurden über „Plan Ceibal“ nahezu alle Schulen mit dem Internet verbunden, was den Lehrkräften ermöglichte, die Vorteile digitaler Lernprodukte zu nutzen.

Uruguay

Englischkenntnisse: Geringe
EF EPI-Punktzahl: 51,63
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GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE

Die durchschnittlichen Punktzahlen für lateinamerikanische Männer und Frauen liegen unter den weltweiten Durchschnittswerten. Frauen erzielen weiterhin bessere Ergebnisse als Männer, doch die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind im Vergleich zu allen anderen Regionen am geringsten.

GENERATIONSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE

Die durchschnittlichen Punktzahlen für alle Altersgruppen in Lateinamerika liegen unter den weltweiten Durchschnittswerten. In Lateinamerika liegen junge Erwachsene noch weiter hinter den weltweiten Durchschnittswerten in ihrer Altersgruppe zurück als Berufstätige in der Mitte ihrer Laufbahn, was darauf hindeutet, dass der Englischunterricht an Schulen in der Region unzureichend ist. Die Initiativen zur Verbesserung des Sprachniveaus in der Region müssen sich darum bemühen, diesen jungen Erwachsenen dabei zu helfen, wieder den Anschluss zu finden.

  • Durchschnitt

SCHLUSSFOLGERUNG

Insgesamt betrachtet sind die Englischkenntnisse in Lateinamerika gering und es besteht erhebliches Verbesserungspotenzial. Nahezu jedes Land in der Region hat ehrgeizige Programme ins Leben gerufen, um den Englischunterricht zu ergänzen oder grundlegend zu überholen. Es bleibt abzuwarten, welche Strategien und Ansätze sich als am effektivsten erweisen, doch es ist bemerkenswert, dass diese Länder die Notwendigkeit, die Englischkenntnisse zu verbessern, erkannt haben. Eine große Zahl von gut ausgebildeten Englischsprechern in der Arbeitnehmerschaft ist entscheidend für die weitere Integration Lateinamerikas in den globalen Markt.

MEHR ÜBER ANDERE REGIONEN ERFAHREN

Europa

Die Englischkenntnisse in Europa sind auch weiterhin auf einem wesentlich höheren Niveau als in anderen Regionen anzusiedeln, wobei Nord– und Mitteleuropa weltweit führend sind.

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Asien

Jedes Land in Asien, ungeachtet der dortigen Kenntnisse, würde wirtschaftlich von einem höheren Englisch-Sprachniveau bei einem größeren Teil der Arbeitnehmerschaft profitieren.

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Naher Osten und Nordafrika

Der Nahe Osten und Nordafrika verfügen über die geringsten Englischkenntnisse der Welt und das Sprachniveau verbessert sich insgesamt nur in einigen wenigen Ländern.

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