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EF Buchungsdaten 2026 zeigen: Rund 70 Prozent der Sprachreisenden aus Deutschland sind Frauen. Über Altersgruppen, Reisedauern und Reiseziele hinweg bleibt dieses Verhältnis bemerkenswert konstant – und lenkt den Blick auf diejenigen, die fehlen: die Männer.
Düsseldorf, 20.08.2026 – Sieben von zehn Sprachreisenden aus Deutschland, die 2026 mit EF einen Auslandsaufenthalt gebucht haben, sind Frauen. Der Anteil liegt bei rund 70 Prozent und bleibt über Altersgruppen, Reisedauern und Reiseziele hinweg nahezu konstant. Das zeigen aktuelle Buchungsdaten von EF Sprachreisen für das Geschäftsjahr 2026. Eine interessante Auffälligkeit zeigt sich in Asien: Dort gibt es sowohl nach oben als auch nach unten einen Ausreißer.
Asien ist nicht gleich Asien: Seoul zieht vor allem Frauen an
Am deutlichsten fällt das Ungleichgewicht in Südkorea aus: Rund 93 Prozent der deutschen Teilnehmer dort sind Frauen. Im benachbarten Japan sind es knapp 55 Prozent. Zwei Länder in derselben Weltregion, zwei völlig unterschiedliche Bilder.
Südkorea ist ein Sonderfall. K-Pop, K-Dramas, Beauty und Fashion haben Koreanisch für eine ganze Generation zu einer 'Kultursprache' gemacht. Viele Reisende begegnen ihr lange vor der Anmeldung: in Songtexten, in der Lieblingsserie, beim nächsten Beauty-Trend. Die Sprachreise ist für viele von ihnen der nächste logische Schritt. Tokio zieht ein anderes Publikum an: Anime und Manga treffen auf Gaming und Technologie, jahrhundertealte Kultur auf Weltmetropole – eine Mischung, die bei EF Frauen und Männer deutlich gleichmäßiger erreicht.
„Malta und London – hier sind sich Frauen und Männer noch einig. Danach gehen die Vorlieben auseinander“, sagt Hedieh Heller, Geschäftsführerin von EF Deutschland. „Seoul mit rund 93 Prozent Frauenanteil ist dabei ein besonderer Fall. Koreanisch ist für viele längst Teil ihrer Alltagskultur, bevor sie überhaupt eine Reise buchen – über Musik, Serien, Beauty oder Fashion. Die Sprache wird damit zum Zugang zu einer Kultur, mit der sie sich bereits beschäftigen. Genau diese Verbindung zwischen Lernen und persönlichem Interesse erleben wir bei weiblichen Reisenden besonders häufig.“
Auch Europa hat seinen Ausreißer: Frankreich gehört mit etwa 82 Prozent Frauenanteil zu den weiblichsten Reisezielen in der Auswertung. Und auch im Ranking zeigt sich die Vorliebe für südeuropäische Ziele: Málaga ist nach Malta und London das drittbeliebteste Reiseziel weiblicher EF Sprachreisender 2026, Nizza folgt ebenfalls unter den Top Five. Bei Malta und London sind sich beide Geschlechter dagegen einig: Die beiden Ziele führen sowohl bei Frauen als auch bei Männern das Ranking an – wobei auch hier der Frauenanteil prozentual überwiegt.
Gen Z bis 50+: Frauen sind sich einig
Der deutlich höhere Frauenanteil unter den EF Sprachreisenden zieht sich durch alle Altersgruppen. Bei den 16- bis 18-Jährigen sind rund 71 Prozent der Sprachreisenden weiblich. In diesem Alter steht vieles auf Anfang: Schule oder Ausbildung gehen zu Ende, Studium, Beruf oder ein anderer Bildungsweg liegen noch vor einem. Der tägliche Austausch mit EF Reisenden zeigt, dass gerade junge Frauen dabei häufig mehr suchen als den Sprachkurs selbst: Selbstständigkeit, internationale Erfahrung und neue Perspektiven. Der organisierte Rahmen verbindet Aufbruch mit Sicherheit – neues Land, neue Menschen, viel Eigenständigkeit, aber mit Ansprechpartnern vor Ort.
Nur: Mit dem Erwachsenwerden verschwindet der Gender Gap nicht. Zwischen 25 und 45 Jahren sind rund 69 Prozent der Reisenden weiblich, ab 46 Jahren sogar fast 75 Prozent. Die Motive verändern sich: Berufliche Weiterbildung, eine bewusste Auszeit oder der Wunsch, Reisen mit einem persönlichen Lernziel zu verbinden, rücken stärker in den Vordergrund. Der Anlass verändert sich, das Prinzip bleibt: Sprache, Reise und persönliche Weiterentwicklung in einem. Laut EF Befragungen nennen Frauen die persönliche Weiterentwicklung besonders häufig als zentrales Reisemotiv.
Auch die Reisedauer verändert das Bild nicht. Bei zweiwöchigen Sprachreisen sind knapp 71 Prozent der Teilnehmenden weiblich, bei neun bis zwölf Wochen 70 Prozent und bei sechs bis neun Monaten rund 71 Prozent.
Der Gender Gap – nur ein EF Phänomen?
Sieben von zehn Frauen – das lässt sich als Erfolgsgeschichte lesen. Frauen gehen ins Ausland, lernen Sprachen, sammeln internationale Erfahrung. Dreht man die Zahl um, erzählt sie plötzlich eine andere Geschichte: Nicht einmal drei von zehn EF Sprachreisenden sind Männer. Eine Auffälligkeit, mit der EF nicht alleinsteht, wie der Blick auf die Hochschulen zeigt. Frauen stellen rund 51 Prozent der inländischen Studierenden in Deutschland, aber 57 Prozent derer, die für ein Semester oder länger ins Ausland gehen.¹ Auch bei Erasmus+ sind Frauen seit Jahren häufiger vertreten.² Bei organisierten Sprachreisen ist der Abstand noch deutlicher als an Hochschulen: Dort liegt der Frauenanteil unter Studierenden, die für ein Semester oder länger ins Ausland gehen, bei 57 Prozent – bei EF sind es über 70 Prozent.
Ein Blick auf die Motive zeigt: 65 Prozent der Studentinnen, die für ein Semester oder länger ins Ausland gehen, nennen Persönlichkeitsentwicklung als wichtigen Grund für ihren Schritt ins Ausland, bei den männlichen Studenten sind es 58 Prozent. Männer nennen laut DAAD-Studie häufiger berufliche Netzwerke und konkrete Arbeitsmarktchancen als Motiv – Faktoren, die sie offenbar stärker mit anderen Formaten wie Praktika oder Auslandsstudium verbinden als mit einer Sprachreise. Der Schritt über die Landesgrenze wird also nicht zwangsläufig mit denselben Zielen verbunden.
„Frauen wissen heute sehr genau, welche Kompetenzen sie für ihre Zukunft brauchen“, sagt Hedieh Heller, Geschäftsführerin von EF Deutschland. „Eine neue Sprache ist dabei nur ein Teil. Wer mehrere Wochen oder Monate in einem anderen Land lebt, muss sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden, mit Menschen aus anderen Kulturen kommunizieren und selbstständig Entscheidungen treffen. Gerade in einer internationalen Arbeitswelt werden solche Fähigkeiten immer wichtiger. Und das nicht nicht nur für Frauen.“
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Datenbasis
Die Analyse basiert auf anonymisierten Buchungsdaten von EF Sprachreisen für den deutschen Markt und das Geschäftsjahr 2026. Ausgewertet wurden Daten von Sprachreisende verschiedener Altersgruppen, Reisedauern und Reiseziele. Vergleiche zum Vorjahr basieren auf entsprechenden Buchungsdaten für das Geschäftsjahr 2025.
Externe Quellen
¹ Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD): Vielfalt fördern, internationale Studierendenmobilität gestalten – Wie Diversitätsdimensionen und das Mobilitätsverhalten von Studierenden zusammenhängen, Februar 2026. Sonderauswertung der BintHo-Befragung 2023/24; 94.764 befragte inländische Studierende.
² Europäisches Datenportal: Crossing Borders, Finding Futures: Inside Erasmus+ Mobility, 20. Januar 2026. Auswertung von Erasmus+-Programmdaten 2014–2024 auf Basis von Daten der Europäischen Kommission.
Über EF Sprachreisen
EF Sprachreisen bietet Menschen jeden Alters die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse vor Ort an einer von weltweit 50 EF Sprachschulen zu verbessern und gleichzeitig für Zeiträume von zwei Wochen bis zu einem Jahr in eine neue Kultur einzutauchen.
Über EF
EF (Education First) wurde 1965 gegründet und ist ein globales Netzwerk von Bildungsunternehmen mit dem gemeinsamen Ziel, durch Bildung neue Horizonte zu eröffnen. EF bietet Sprachkurse, Kulturaustausch, Schul- und Hochschulabschlüsse sowie Bildungsreisen. Mit einer Präsenz in über 100 Ländern und mehr als 50.000 Mitarbeitenden hat EF weltweit Millionen Menschen beim Sprachenlernen und dem Erleben anderer Kulturen begleitet.
In Deutschland ist EF seit 1969 aktiv, mit Hauptsitz in Düsseldorf.
Pressekontakt EF Deutschland
E-Mail: presse@ef.com
Ansprechpartnerin: Verena Christiansen