Asien

Durchschnitt EF EPI: 53,00 Bevölkerung: 4.601.371.198 BNE pro Kopf: $4,681.54

Verbesserungspotenzial

Seit Jahrzehnten ist Asien die Werkbank der Welt, wodurch in dieser Region die wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben wurde. Aber für einen Übergang von der Fertigung zu einem wissensgetriebenen Wachstum ist besseres Englisch erforderlich.

Trotz bedeutender Investitionen in den Englischunterricht sowohl im privaten wie im öffentlichen Sektor hat sich das durchschnittliche Englisch-Sprachniveau in Asien in den letzten fünf Jahren kaum verändert. Die Werte, die sich hinter diesem Durchschnitt verbergen, gehen jedoch deutlich auseinander: Asien ist die Region mit der breitesten Spanne von Englisch-Sprachniveaus, von Singapur (mit einer Punktzahl von 66,82) bis zu Kirgistan (mit einer Punktzahl von 41,51). Beim nach Bevölkerung gewichteten regionalen Durchschnitt hat das steigende Sprachniveau in China in diesem Jahr die Abnahmen in den meisten anderen Ländern ausgeglichen.

Veränderung des Englischunterrichts

Nachdem sich China vor Vierzig Jahren für ausländische Investitionen und private Unternehmen geöffnet hat, ist eine bemerkenswerte Transformation des Landes festzustellen. Zwei Drittel der gesamten Verringerung der Armut in der Welt seit 1990 fand in China statt. Seit 2000 hat sich der Schwerpunkt in China verschoben, hin zur Entwicklung einer wissenschaftlichen Gemeinschaft der Spitzenklasse und zur Kultivierung weicher Machtfaktoren im Ausland. In der Erkenntnis, dass Englischkenntnisse für diese Ziele entscheidend sind, hat China den Englischunterricht auf Schulen im ganzen Land ausgeweitet, ist von einer Unterrichtsform des Auswendiglernens zu einer Unterrichtsform der Kommunikation übergegangen, hat das nationale Bewertungsinstrumentarium reformiert, Anreize für im Ausland ausgebildete Chinesen zur Rückkehr nach Hause geschaffen und in den Umbau seiner führenden Universitäten in Forschungsinstitute von Weltrang investiert, die Studien in führenden englischsprachigen Fachzeitschriften veröffentlichen. Nur wenige Politiker könnten diese Art von Langzeitplanung und Steuerung in ihren Ländern umsetzen, aber die wesentlichen Elemente der chinesischen Strategie können als Modell dafür dienen, wie politische Reformen und gezielte Investitionen das Englisch-Sprachniveau eines Landes steigern können.

#5 von 100 Ländern/Regionen Singapur

Englischkenntnisse: Sehr gut
EF EPI-Punktzahl: 66,82

#40 von 100 Ländern/Regionen China

Englischkenntnisse: Mittel
EF EPI-Punktzahl: 53,44

#53 von 100 Ländern/Regionen Japan

Englischkenntnisse: Gering
EF EPI-Punktzahl: 51,51

Nicht nur für Kinder

Die Bevölkerung in einigen der größten asiatischen Ländern altert schnell. In Japan beispielsweise sind 28% der Menschen über 65. Dieser demographische Wandel hat dazu geführt, dass die japanische Regierung ältere Erwachsene ermuntert, länger zu arbeiten. Aber wenn diese erfahrenen Mitarbeiter in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt produktiv bleiben sollen, muss ihr verlängertes Arbeitsleben durch mehr Erwachsenenbildung unterstützt werden. Dazu gehört auch Englischunterricht. Dieser Bedarf ist in Japan besonders dringend, wo das Englisch-Sprachniveau seit Jahren abnimmt, die Wirtschaft stagniert und der Welthandel sich in andere asiatische Regionen verlagert.

Selbst die reichsten Länder Asiens hinken bei der Finanzierung der Erwachsenenbildung außerhalb des Arbeitsplatzes hinter Europa her. Diese Finanzierungsaufsicht ist nicht nachhaltig. Bei ihrer alternden Erwerbsbevölkerung und der begrenzten Toleranz für Einwanderung müssen Länder wie Japan und Südkorea ihre Erwerbstätigen zur Weiterbildung ermuntern. Dies hat nicht nur berufliche Vorteile; Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass lebenslanges Lernen auch vor Demenz schützt.

Regionen mit Chancen

Das Englisch-Sprachniveau in Zentralasien ist signifikant geringer als in der übrigen Region. Das liegt vor allem daran, dass in den Schulen am häufigsten Russisch als Fremdsprache unterrichtet wird. Die Region wendet sich jedoch allmählich dem internationalen Handel zu und damit auch Partnerländern, die nicht zu den ehemaligen Sowjetländern gehören. Vor allem Kasachstan hat seine Zusammenarbeit mit China durch so wichtige Projekte wie die sogenannte „Neue Seidenstraße“ der Belt and Road Initiative ausgeweitet. 2018 gab Präsident Nursultan Nasarbajew bekannt, dass Vereinbarungen für 51 chinesisch-kasachische Projekte unterschrieben wurden und 1.200 gemeinsame Unternehmen bereits existieren. Im Zuge der Öffnung Zentralasiens für den Welthandel wird der Bedarf an Personen mit Englischkenntnissen zunehmen.

In Kambodscha, Thailand und Sri Lanka sind Arbeitsplätze in der Tourismusbranche, die mindestens 10% des Wirtschaftsaufkommens ausmacht, bei mangelnden Englischkenntnissen nicht zugänglich. Diese Länder mit vergleichbar geringen Löhnen und schönen Landschaften ziehen bereits über 38 Millionen Besucher jährlich an. Die Besucher konzentrieren sich vor allem auf Resort-Anlagen. Damit der Wohlstand gleichmäßiger auf verschiedene Regionen verteilt und Jobs im Tourismus für mehr Menschen zugänglich werden, muss der Englischunterricht an den Schulen für alle Schüler verbessert werden.

Die Bildungssysteme in Indien und Pakistan kämpfen mit strukturellen Schwierigkeiten, die über den Englischunterricht hinausgehen. Jedes 13. Kind in der Welt ohne Schulbildung lebt in Pakistan. Nach einer aktuellen Untersuchung in Indien können nur 27% der Drittklässler zweistellige Zahlen subtrahieren, und 38% können keine einfachen Wörter lesen. Die Tatsache, dass viele Schulen in beiden Ländern Englisch als Unterrichtssprache einsetzen, obwohl die meisten Schüler die Sprache nicht sprechen, verschlimmert die Situation noch. Neben anderen Reformen muss die Politik in diesen Ländern dafür sorgen, dass mehr Schüler in ihren Muttersprachen unterrichtet werden – eine Politik, die langfristig auch den Englisch-Lernerfolg fördern wird, ebenso wie das Verständnis für andere Kernfächer.

Die asiatischen Volkswirtschaften haben in den letzten Jahrzehnten enormes wirtschaftliches Wachstum erlebt, gelenkt von einer Führungsschicht, die globale Vernetzung gefördert und stabile multinationale Unternehmen aufgebaut hat. Da asiatische Länder bestrebt sind, in dienstleistungs- und wissensbasierten Branchen zu expandieren, und da die wachsende Mittelklasse der Region mehr Chancen fordert, kommt es darauf an, breiteren Bevölkerungsschichten Englischunterricht auf hohem Niveau anzubieten. In vielen Fällen bedeutet das, dass der Englischunterricht an den Schulen verbessert werden muss. Mancherorts ist jedoch die Erwachsenenbildung fast ebenso wichtig.

Unterschied nach Geschlecht

Männer und Frauen in Asien sprechen im Durchschnitt fast gleich gut Englisch. In einzelnen Ländern kann der Abstand zwischen den Geschlechtern jedoch groß sein. In der Hälfte der dieses Jahr in Asien untersuchten Gebiete gab es einen Abstand von einem Punkt oder mehr zwischen den Geschlechtern. In Afghanistan und auf den Malediven schnitten die Frauen mindestens zwei Punkte besser ab als die Männer. In Malaysia waren es die Männer, die deutlich besser abschnitten als die Frauen.

Generationsunterschied

Abgesehen von den Erwachsenen im Alter von 26–30 Jahren wurde in jeder Altersgruppe ein geringeres Englisch-Sprachniveau gemessen als im letzten Jahr. Wie in Europa sind es jetzt die berufstätigen Endzwanziger, die insgesamt das höchste Englisch-Sprachniveau aufweisen.

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