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Leben und arbeiten in Norwegen: Ein ausführlicher Ratgeber

Leben

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersucht seit 2011 die Lebensqualität in verschiedenen Ländern und ermittelt aus statistischen Daten und subjektiven Einschätzungen den Better Life Index. Dieser umfasst verschiedene Kategorien, die zusammen die Zufriedenheit der Einwohner ergeben. Für das Jahr 2017 liegt Norwegen weit vorne. In gleich mehreren Kategorien liegen die Werte über dem Durchschnitt, darunter Umwelt, Wohnen, Gesundheit, Beschäftigung und Bildung. In den Bereichen Sicherheit und subjektives Wohlbefinden ist Norwegen an der Spitze. Neben einem erstklassigen Bildungsniveau und einem guten Sozialwesen kann man sich als Auswanderer in Norwegen auf eine ausgezeichnete medizinische Versorgung und eine sehr gute Wirtschaftslage freuen.

UMZIEHEN NACH NORWEGEN

Sobald ein Arbeitsplatz in der neuen Wahlheimat gefunden ist, geht es an die Vorbereitungen für den Umzug. Ein Umzug ist immer eine große Sache, doch wenn es darum geht, in ein anderes Land auszuwandern, bewegt man sich in ganz anderen Dimensionen, was den logistischen Aufwand und die aufkommenden Kosten betrifft. Schließlich muss das gesamte Hab und Gut, womöglich einer mehrköpfigen Familie, über eine weite Strecke transportiert werden, ohne dass etwas davon zeitweise bei Freunden oder Verwandten gelagert werden kann.

Kosten reduzieren

Aufgrund der höheren Umzugskosten ist es sinnvoll zu überlegen, bei welcher Position sich Kosten einsparen lassen. Das beginnt schon bei der Wahl des Wohnortes: In Norwegen liegen die Immobilienpreise in den großen Städten deutlich höher als in den ländlichen Gebieten oder am Stadtrand. Die Hauptstadt Oslo gilt sogar als einer der teuersten Wohnorte der Welt. Dementsprechend ist es um einiges günstiger, woanders nach einer geeigneten Immobilie Ausschau zu halten, wenn man die Chance hat.

Für einen Umzug in dieser Größenordnung ist außerdem mindestens ein Transporter nötig. Wer rechtzeitig den Umzug nach Norwegen plant und die Transporter früh anmietet, kann viel Geld sparen. Ein Preisvergleich lohnt sich aber immer. Bei einem berufsbedingten Umzug kann man bestimmte Positionen als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Mit einer Umzugspauschale lassen sich weitere Ausgaben steuerlich geltend machen.

Ein Haus kaufen

In Norwegen leben die meisten Einwohner in Eigentumsimmobilien und zwar aus dem einfachen Grund, dass die Lebenshaltungskosten sowie die Mietpreise so hoch sind. Wer sich dazu entschließt, ein Haus in Norwegen zu kaufen, sollte sich im Vorfeld über die Gepflogenheiten des Landes informieren. Während man zum Beispiel in Deutschland eine Beglaubigung durch einen Notar benötigt, wenn man eine Immobilie kauft, ist das in Norwegen nicht nötig. Stattdessen sind privatwirtschaftliche Verträge und Auflassungsurkunden üblich.

Was außerdem für den Immobilienkauf in Norwegen typisch ist: das schriftliche Gebot. Für eine Immobilie wird ein Startpreis angesetzt, auf den Interessenten bieten können. Ein abgegebenes Gebot, das über oder unter dem Startpreis liegen kann, ist bis zum Ablauf der Gebotsfrist bindend und gilt als vorläufiger Kaufvertrag. Akzeptiert der Verkäufer das Gebot, bekommt der Käufer nach erfolgter Unterzeichnung des Vertrages einen amtlich gesiegelten Kaufbrief, der auch im Grundbuch eingetragen wird. Wird das Haus über einen Makler verkauft, beantragt dieser alle Eintragungen und Zahlungsabwicklungen. Die Kosten für den Makler trägt in der Regel der Verkäufer. Es ist jedoch ratsam, Daten wie den Grundbucheintrag eigenständig durch einen Rechtsanwalt prüfen zu lassen.

Um eine geeignete Immobilie in Norwegen zu finden, lohnt sich ein regelmäßiger Blick in die Lokalzeitungen und eine Suche über verschiedene Internetportale. Für gewöhnlich wird auf Norwegisch inseriert, so dass es sich anbietet, sich die gängigsten Begriffe zum Thema Haus möglichst früh anzueignen.

ANKOMMEN IN NORWEGEN

Bis man es als Einwanderer in Norwegen richtig „hyggelig“ (Norwegisch für schön, angenehm, nett) hat, vergehen ein paar Monate, was vollkommen normal ist, wenn man sein Heimatland verlässt und erst einmal woanders heimisch werden muss. Bis dahin muss man einige Behördengänge hinter sich bringen. Doch schon bei der Einreise nach Norwegen gibt es ein paar Dinge zu beachten, etwa was die Einfuhr von bestimmten Gütern und Sicherheitshinweise betrifft.

Einreisebestimmungen

Grundsätzlich braucht man als Deutscher bzw. Einwohner der EU kein Visum, wenn man nach Norwegen einreisen möchte, denn durch das Schengener Abkommen aus dem Jahr 1985 entfallen die Grenzkontrollen zwischen den Mitgliedstaaten des Abkommens, zu denen auch Norwegen zählt.

Wer aber länger als drei Monate bleiben möchte, benötigt eine Aufenthaltserlaubnis, die man bei der Polizei vor Ort oder bei der zuständigen Meldestelle, etwa bei der Ausländerbehörde (Utlendingsdirektoratet) beantragen kann. Alles was man dafür benötigt, sind ein gültiger Reisepass oder Personalausweis und der Nachweis, dass man über ausreichend Kapital verfügt, um den Aufenthalt finanzieren zu können. Mancherorts wird der Personalausweis nicht anerkannt, so dass man für Behördengänge besser den Reisepass mitnimmt.

Meldepflicht

Sobald die Aufenthaltserlaubnis vorliegt, muss man seiner Meldepflicht nachkommen und sich beim Einwohnermeldeamt (Folkeregister) in Norwegen anmelden und eine Personennummer beantragen, kurz P-Nummer. Diese Nummer wird unter anderem dafür benötigt, dass eine Steuerkarte ausgestellt, eine Versicherung abgeschlossen und ein Bankkonto eröffnet werden kann. Wer mit einer neuen Sozialversicherung in der neuen Heimat arbeitet und beabsichtigt, dauerhaft dort zu bleiben, muss sich in Deutschland abmelden.

Wenn der Aufenthalt zunächst auf Probe sein soll und es noch nicht klar ist, ob das Auswandern von langer Dauer sein wird, ist es sinnvoller, zunächst auch in Deutschland angemeldet zu bleiben und in Norwegen einen zweiten Wohnsitz anzumelden. In diesem Fall müsste man zwischen Deutschland und Norwegen pendeln.

LEBEN IN NORWEGEN

Norwegen ist mit seinen rund 324.000 Quadratkilometern flächenmäßig eines der größten Länder Europas. Die Bevölkerung fällt mit rund 5,4 Millionen (Stand 2018) vergleichsweise gering aus. Auf einen Quadratkilometer kommen gerade einmal 16,6 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 230 Einwohner. Die Daten beruhen auf den Angaben von German Trade & Invest. Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Städten, der Süden und Südwesten Norwegens sind aufgrund der Verbindung zum europäischen Festland am dichtesten besiedelt. Nach Norden hin nimmt die Bevölkerung immer weiter ab.

Lebenshaltungskosten

Im internationalen Vergleich sind die Lebenshaltungskosten in den skandinavischen Ländern sehr hoch. So liegen die Kosten für Wurst, Brot, Kaffee und Milch deutlich höher als in Deutschland. Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten wie auch Kosmetikartikel und Pflegemittel sind in Norwegen deutlich teurer.

Allerdings ist auch das Pro-Kopf-Einkommen in Norwegen mit bei den höchsten weltweit. Die Gehälter und Löhne sind also an die höheren Ausgaben angepasst und bis zu 50 Prozent über den Verdiensten in Deutschland. Dennoch sollte man für alle Fälle ein gewisses Startkapital im Gepäck haben.

Wer ein Haus anmieten oder kaufen möchte, sollte dafür natürlich auch ausreichend Budget haben. Um das Startkapital zu sichern und auch bei unerwarteten Zusatzkosten finanziell nicht ins Wanken zu geraten, bietet es sich an, einen Kredit für die Anfangszeit aufzunehmen.

Essen

Besonders beliebt in Norwegen sind Fleischgerichte, die mit Kartoffeln und Gemüse serviert werden. In der gehobenen norwegischen Küche wird Rentier- und Elchfleisch serviert, oft zusammen mit Sahnesaucen und Preiselbeeren. In einigen Teilen des Landes isst man gerne Lamm- und Schafsgerichte.

Wegen der langen Küstenstrecken darf natürlich auch frischer Fisch nicht auf der Speisekarte fehlen. Zu den beliebtesten Speisefischen gehören Lachs und Hering, die entweder gegrillt, gepökelt oder geräuchert werden. Weitere beliebte Sorten sind Kabeljau, Garnelen und Walfleisch.

Zum Nachtisch isst man in Norwegen Beeren, gern in Kombination mit Waffeln und Sahne. Doch auch Kuchen und Pfannkuchen mit Blaubeeren, Trollkrem mit Preiselbeeren, Moltekrem mit Moltebeeren und Karamellpudding sind typische Nachspeisen, ebenso Zimtschnecken (Skillingsbolle).

Verkehr

Die einzelnen Orte und Städte liegen in Norwegen etwas weiter auseinander. Verbunden werden sie durch kurvige Straßen, die an den Fjorden oft nah am Wasser vorbeiführen und mitunter steile Serpentinen im Inland. Das allgemeine Tempolimit in Norwegen liegt bei 80 Stundenkilometern, auf bestimmten Schnellstraßen und auf Autobahnen sind es 100 Stundenkilometer. In bebauten Bereichen oder in Stadtzentren ist nur 50 erlaubt, solange nichts anderes angegeben ist. Das kann in Wohngebieten eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern bedeuten.

Fahrzeuge mit Wohnwagen oder Anhänger dürfen eine Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern nicht überschreiten, unabhängig davon, welches Tempolimit angeben ist. Hat der Anhänger oder Wohnwagen keine Bremsen, sind es sogar nur 60 Stundenkilometer.

BILDUNG IN NORWEGEN

In der PISA-Studie erbrachten die norwegischen Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften überdurchschnittliche Leistungen. Kein Wunder also, dass über 80 Prozent der Norweger einen Abschluss der Sekundarstufe II (Abitur) haben und das Bildungsniveau insgesamt sehr hoch liegt.

Das Schulsystem ist in Norwegen ähnlich wie das in Deutschland. Auch hier gibt es eine zehnjährige Schulpflicht im Alter von 6 bis 16 Jahren und ein dreigeteiltes Schulsystem.

Die Grundschule (Barneskole) geht allerdings bis Klasse 7. Es folgt von Klasse 8 bis 10 die Mittelschule bzw. Sekundarstufe I (Ungdomsskole) und schließlich optional noch drei Jahre die gymnasiale Oberstufe bzw. Sekundarstufe II (Videregående skole). Noten gibt es erst ab der Sekundarstufe I, also ab dem achten Schuljahr, wobei eine „Eins“ die schlechteste und eine „Sechs“ die beste Note ist. Die Noten aus dieser Schulstufe entscheiden darüber, ob ein Schüler für die gymnasiale Oberstufe zugelassen wird oder nicht. Die meisten Schüler schaffen das.

Sprache

Die wichtigste Voraussetzung, um in Norwegen leben zu können und einen Job zu finden, ist die Landessprache zu beherrschen, mündlich und schriftlich. Die Amtssprache in Norwegen ist Norwegisch, die für Deutsch-Muttersprachler sehr einfach zu erlernen ist. Dazu kommen noch ein paar sprachliche Minderheiten, darunter Samisch, Kvenisch, Finnisch sowie norwegisches Romani, Romani und Jiddisch. In den Kommunen, in denen die Bevölkerung überwiegend samisch ist, wurde die Sprache bereits 1992 zum Schulpflichtfach erklärt.

Als Fremdsprachen wählen die Norweger am häufigsten Deutsch, Französisch und Spanisch, aber auch Englisch – von der Verbreitung her mittlerweile die erste Fremdsprache Norwegens. Bis in die 1950er Jahre lag Deutsch an erster Stelle. Heute ist Englisch neben Norwegisch die bedeutendste Geschäftssprache des Landes.

Die norwegische Schriftsprache teilt sich in zwei Varietäten auf: Einmal Bokmål (wörtlich: „Buch-Sprache“), auch Riksmål genannt (übersetzt: „Reichsnorwegisch“). Diese Varietät wird von 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung geschrieben und ist eine Variante des Dänischen mit Einfluss verschiedener ostnorwegischer Mundarten. Die restliche Bevölkerung schreibt Nynorsk („Neu-Norwegisch“), das als zweite offizielle Schriftsprache anerkannt ist. Sie hat sich aus den Dialekten des westlichen Teils des Landes geformt und wird noch heute vor allem an der Westküste, in der Fjordregion und in Teilen der Telemark verwendet. Schüler in Norwegen lernen beide Schriftsprachen zu schreiben.

Das Klima in Norwegen

Wenn man dauerhaft oder zumindest für längere Zeit in Norwegen leben möchte, sollte man sich zuerst mit den extremen Jahreszeiten auseinandersetzen und das Land sowohl im Sommer als auch im Winter besuchen. Besonders der lange, dunkle Winter macht vielen Menschen zu schaffen.

In manchen Regionen nördlich des Polarkreises geht von Mitte November bis Ende Januar die Sonne gar nicht erst auf. Das machen die Nordlichter, ein einzigartiges Naturschauspiel, aber wieder wett. Die magischen Lichtspiele sind besonders in den Monaten Oktober, Februar und März gut zu entdecken, vor allem im Norden Norwegens.

Während im Winter fast das gesamte Land von Schnee bedeckt ist, kann es im Hochsommer drückend heiß werden, auch weit im Norden noch. Meistens ist das Klima zu dieser Jahreszeit angenehm mild und von Mitte Mai bis Ende Juli sind dank der Mitternachtssonne sogar die Nächte hell.

Das Klima wird durch das Gebirge in der Landesmitte gewissermaßen in zwei Zonen eingeteilt: An der Küste herrscht See-Klima mit viel Niederschlag und milden Temperaturen. Auf der Ostseite des Gebirges ist das Klima kontinental, sprich weniger Niederschläge, kältere Winter und wärmere Sommer.

ARBEITEN IN NORWEGEN

Um in Norwegen arbeiten oder studieren zu können, benötigen Einwohner eines EU-Staates keine Arbeitserlaubnis. Wer aber mehr als 90 Tage in Norwegen bleiben oder dorthin auswandern möchte, muss sich bei der zuständigen Meldestelle registrieren.

Wichtig für die Suche nach einer Arbeitsstelle als Einwanderer ist eine gute Kenntnis der norwegischen Sprache. Vor dem Umzug in die neue Heimat heißt es also zunächst fleißig Norwegisch lernen und dann die erworbenen Sprachkenntnisse vor Ort über Kurse der Deutsch-Norwegischen Handelskammer zu vertiefen. Die Wirtschaftslage des Landes ist dynamisch und stabil und zeichnet sich durch eine hohe Leistungsbilanz und Haushaltsüberschüsse aus.

Arbeitsmarkt

Wer in Norwegen nach einer Arbeitsstelle sucht, sollte sämtliche verfügbaren Kanäle nutzen. Eine Möglichkeit, um an Stellenanzeigen heranzukommen besteht darin, verschiedene Jobbörsen im Internet zu durchforsten, etwa gigajob.com, monster.no, gulesider.no (hier nach „rekruttering“ oder „vikartjenester“ suchen). Außerdem finden sich immer wieder Stellenangebote in den großen norwegischen Tageszeitungen Aftenposten, Dagsavisen oder im Stavanger Aftenblad. Auch das Jobcenter NAV (kurz für: Norwegische Verwaltung für Arbeits- und Sozialwesen) ist bei der Suche nach einer Arbeitsstelle behilflich und liefert eine Menge wichtiger Informationen.

Einwanderer und Jobsuchende auf Zeit haben in Norwegen gute bis sehr gute Chancen auf eine Anstellung. Es besteht immer eine große Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften aus den unterschiedlichsten Branchen. In den folgenden Bereichen wird ständig nach neuem Personal gesucht: Pflege, Medizin, Energieerzeugung, Fischindustrie, Technik, Baugewerbe, Schifffahrt, Öl- und Gasförderung, Geologie, Geophysik, Service und Tourismus.

Welche Branchen die größte Nachfrage haben, ist regional sehr unterschiedlich. Im Norden gibt es die meisten Jobs in der Fischerei und im öffentlichen Dienst. An den Küsten im Süden hingegen sind viele Industriebetriebe und Dienstleister angesiedelt.

Insgesamt zeichnet sich Norwegen durch eine sehr geringe Arbeitslosigkeit aus, die mit einem aktuellen Wert von 3,9 Prozent zu den niedrigsten in ganz Europa gehört. Und das, obwohl sie in den letzten Jahren leicht angestiegen ist. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 lag die Arbeitslosenquote noch bei 2,6 Prozent.

Gehalt/Steuern in Norwegen

Das Pro-Kopf-Einkommen in Norwegen ist weltweit eines der höchsten und im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern verdient man in Norwegen das meiste Gehalt. Das liegt im Durchschnitt bei 3.400 Euro im Monat. Allerdings liegen auch die Steuersätze in Norwegen europaweit am höchsten: Etwa 42 Prozent des Einkommens geht als Abzüge verloren. In Deutschland sind es 39,9 Prozent.

In Norwegen gibt es keinen staatlich vorgeschriebenen Mindestlohn, doch die Gewerkschaften haben mit den meisten Arbeitgebern Mindestlöhne ausgehandelt. Außerdem bieten etwa zwei Drittel der Unternehmen ihren Angestellten finanzielle Zusatzleistungen an.

Seit 2016 ist in Norwegen die Zusatzsteuer für Besserverdienende („toppskatt“) abgeschafft. Gehälter bis 18.000 Euro im Jahr werden heute mit 25 Prozent versteuert. Höhere Gehälter werden stufenweise höher besteuert bis zu einem Höchstsatz von 38,7 Prozent, der ab einem Einkommen von 100.000 Euro im Jahr fällig wird.

Familienfreundliches Norwegen

Die skandinavischen Länder gelten bezüglicher ihrer Familienfreundlichkeit als Vorreiter. In Norwegen ist es üblich, dass beide Elternteile Vollzeit arbeiten. Berufstätige Eltern können ihre Kinder mit zur Arbeit nehmen. Doch schon ab dem ersten Lebensjahr des Kindes hat man auch Anspruch auf einen Platz in der örtlichen Kita. Diese kostete nur wenig Geld und hat lange Öffnungszeiten von 7 bis 17 Uhr. Grundsätzlich ist es leichter, in Norwegen einen Kitaplatz zu bekommen als in Deutschland, trotzdem sollte man früh genug den Antrag stellen.

Die Arbeitszeiten in Norwegen liegen wie in Deutschland bei 40 Stunden pro Woche, oft auch darunter, wobei die Kernarbeitszeit in manchen Betrieben bereits um drei Uhr nachmittags endet. Danach finden zum Beispiel keine Konferenzen mehr statt. Die Mitarbeiter können also früher nach Hause gehen, ohne wichtige Entscheidungen im Unternehmen zu verpassen. Das bringt Berufstätigen deutlich mehr Zeit für ihre Familie. Dafür fallen die Mittagspausen kürzer aus als in Deutschland.

In Norwegen hat die Familie insgesamt einen hohen Stellenwert. So entscheidet sich ein Großteil der Väter dafür, Elternzeit zu nehmen. Beide Elternteile kümmern sich um die Kinder und es ist keine Seltenheit, dass Männer, unabhängig von ihrer Position in der Firma, ihre Kinder zur Kita bringen und sie wieder abholen, mit ihnen zu Schulveranstaltungen oder Arztterminen gehen.

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