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Warum Malta das perfekte Reiseziel für den Sommer 2018 ist

Seit 1985 feiert Europa jährlich seine Kulturhauptstadt. Damals war es Athen, im Jahr 2018 ist nun die maltesische Hauptstadt Valletta kulturelles Zentrum Europas. Das Konzept der Kulturhauptstadt wurde von der Europäischen Union ins Leben gerufen, um kulturellen Reichtum und Vielfalt des Abendlandes zu feiern und zugleich ein Bewusstsein über die gemeinsame Geschichte der Europäer zu erwecken. All das könnte meiner Meinung nach nicht besser vereint werden als auf der kleinen Insel im Mittelmeer namens Malta, die auf jeden Fall eine Reise wert ist.

Geschichte und Kultur in Sprache vereint

Geographisch gesehen ist sie nicht wirklich der Mittelpunkt Europas, historisch und kulturell gesehen doch ist sie Dreh-und Angelpunkt des Kontinents. Dies zeigt sich, z.B. an der maltesischen Sprache, die neben dem Englischen offizielle Sprache ist. Hier verschmelzen die Einflüsse der arabischen Kultur, die in der Geschichte häufig versuchte, Europa einzunehmen, mit dem Englischen und Italienischen. Wenn man durch die prächtigen Straßen Vallettas streift, fällt auch schnell auf, dass viele Namen auch aus anderen europäischen Sprachen, z.B. dem Französischen, Portugiesischen oder Deutschen stammen. Dies geht auf die Zeit der Kreuzritter zurück, die Malta für ungefähr 300 Jahre regierten.

Eine wahrhaft europäische Hauptstadt wird gegründet

Auch die Wurzeln der diesjährigen Kulturhauptstadt Valletta gehen auf diese Zeit zurück. Nach der großen Belagerung Vallettas im Jahr 1565 durch die Osmanen, die erfolgreich vertrieben werden konnten, wurde die Stadt Valletta gegründet und nach dem damaligen Großmeister der Ritter, Jean de la Vallette, benannt. Wenn man heute durch Valletta läuft, bemerkt man schnell, dass die Stadt auf dem Reißbrett entworfen wurde, was den Vorteil hat, dass man sich nicht verlaufen kann. An einem Denkmal, dass an den Großmeister Vallette erinnert, kommt man dabei auch vorbei.

Mit der Vertreibung der Osmanen aus Malta, wurden diese auch endgültig aus Europa vertrieben. Alle damaligen europäischen Herrscher wollten Malta gegenüber ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen und trugen folglich zur Finanzierung der neuen Hauptstadt Valletta bei. Es ist also wahrlich eine europäische Hauptstadt, die man als Europäer gesehen haben sollte.

Die Lower Barrakka Gardens in Valletta

Der Inbegriff maltesischer Kultur: Die Festas

Im Jahr 2018 finden das ganze Jahr über kulturelle Veranstaltungen statt, die an die Tradition der maltesischen Festa angelehnt sind. Eine solche Feier findet man den ganzen Sommer über in jeder Gemeinde. Es ist ein kirchliches Fest (Malta ist sehr katholisch geprägt), das von Prozessionen, Ständen und großen Feuerwerken begleitet wird. Besonders die Feuerwerkstradition erreicht auf Malta einen Höhepunkt. Die Insel verfügt sogar über eigene Feuerwerksfabriken, um den Bedarf zu decken. Jede Gemeinde versucht dann, mit ihrem Feuerwerk die Show der Nachbargemeinde zu übertreffen. Folglich werden die Darstellungen von Woche zu Woche länger, größer und ausgefallener. Sogar internationale Wettbewerbe werden auf Malta ausgerichtet. Wenn du also Feuerwerk liebst, musst du es auf Malta miterlebt haben. Ich muss zugeben, dass sogar mir als absolutem Feuerwerks-Liebhaber die Vorstellung manchmal schon etwas zu viel des Guten war, wohingegen Filmabende in Valletta nie lang genug sein konnten. Da sitzt man auf den Stufen in einer der steilen Gassen der Stadt und sieht hinter der Leinwand den großen Hafen umgeben von imposanten Gebäuden. Das ist auch etwas für romantische Abende.

Eine der Gassen in Valletta mit Blick auf den Großen Hafen

Ein kleiner Stadtrundgang gefällig?

Abgesehen von den speziellen Events als Kulturhauptstadt in diesem Jahr, gibt es in Valletta generell einiges zu sehen. Den Palast der Großmeister im Zentrum der Stadt mit der Waffenkammer und das ehemalige Hospital aus der Zeit der Ritter muss man gesehen haben. Die typisch maltesischen Balkone gehen im Übrigen auf die Architektur des Palastes zurück. Außerdem findet man in Valletta auch wunderschöne Gärten (z.B. Upper Barakka Gardens), von welchen aus man auf die Häfen zu beiden Seiten der Stadt und die gegenüberliegenden Orte (Valletta liegt auf einer Halbinsel) blicken kann. Auch einige Festungen umgeben Valletta und den großen Hafen, die ebenfalls einen Besuch wert sind. Im Fort St. Elmo wurde ein Museum über die Geschichte Maltas eingerichtet und im Fort Rinella werden sogar heute noch Musketen von Soldaten des 19. Jahrhunderts abgefeuert.

Blick von Valletta auf den Hafen und die Städte Ta’Xbiex und Gzira

Auch die jüngere Geschichte Europas findet sich in Valletta wieder. Die Briten haben hier während des 2. Weltkrieges ein Tunnelsystem eingerichtet mit einer militärischen Basis. Das kann man sich heute noch in den Lascaris War Rooms anschauen und hört ein paar interessante Geschichten über Spionage, Verrat und militärische Strategie. Jetzt hätte ich doch fast vergessen zu erwähnen, dass auch Napoleon Malta in Besitz genommen hatte, was natürlich nicht ausgelassen werden darf, wenn man von einer europäischen Hauptstadt spricht. Er hat die Herrschaft der Ritter beendet und wurde schließlich von den Briten selbst von Malta vertrieben. Die Malteser zogen die Engländer den Franzosen eindeutig vor. Ich muss hier sicher nicht erwähnen, wie bedeutsam das Verhältnis von England und Frankreich für die europäische Geschichte war. (Suchst du gerade nach deinem Geschichtsbuch?)

Anderswo auf den maltesischen Inseln

Wenn du wirklich nur einen Wochenendausflug planst, hast du mit Valletta schon einen guten Eindruck der maltesischen und europäischen Geschichte bekommen, dennoch würde ich ein paar mehr Tage empfehlen, denn auf Malta gibt es noch mehr zu sehen. Auch die Stadt, die vor Valletta Hauptstadt war, Mdina, ist einen Ausflug wert und bietet wunderschöne Ausblicke über die gesamte Insel. Auch die Nachbarinseln Gozo und Comino sind ein Muss und formen ein ganz eigenes kleines Paradies. Du wirst wissen, was ich meine, wenn du durch das türkisfarbene Wasser der blauen Lagune schnorchelst oder den Sonnenuntergang an den Salzpfannen auf Gozo genießt. Für einen richtig entspannten Tag, kannst du auch einfach eine Bootstour um die gesamte Insel machen oder einfach nur am Strand liegen. (Das wollte ich nur erwähnen falls du immer noch nicht überzeugt bist.)

Einen kleinen Tipp habe ich noch für dich: von Valletta aus kommt man auch mit der Fähre in die gegenüberliegenden Städte zu beiden Seiten – Sliema und Birgu – was wesentliche unkomplizierter ist, als den Bus zu nehmen.

Dann fängst du jetzt am besten mal an zu packen und dich auf deine Zeitreise durch die europäische Geschichte in Kombination mit ein paar erholsamen Strandtagen vorzubereiten. Ich wünsche dir auf jedenfall jetzt schon viel Spaß in Valetta!

Die blaue Lagune vor der Insel Comino

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