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10 kuriose Fakten über Sprachen

10 kuriose Fakten über Sprachen

Es gibt geschätzt etwa 7.000 Sprachen auf der Welt, vom Mandarin-Chinesischen, der Muttersprache fast einer Milliarde Menschen, bis hin zu den mehr als 200 künstlichen Sprachen wie etwa dem Elbischen, das nur die (ausgedachten) Elben in den Büchern J.R.R. Tolkiens sprechen – und echte Fans des Herrn der Ringe.

Bei einer solchen Bandbreite und Vielfalt in der Art, wie sich Menschen ausdrücken und mitteilen, lassen sich eine ganze Reihe kurioser Fakten über unterschiedliche Sprachen finden. Hier sind unsere 10 Lieblinge:

1. Onomatopoesie – Lautmalerei

So natürlich sie für dich klingen mögen, Lautmalereien sind längst nicht überall gleich. Sprecher des Englischen sagen “snip snip”, wenn sie das Geräusch einer schneidenden Schere nachahmen wollen, während die Japaner das “chocki chocki” nennen und die Deutschen “schnipp-schnapp”. Autohupen in der Türkei machen “düt düt” statt dem englischen “beep beep” oder dem deutschen “tuut-tuut”, und koreanische Eisenbahnen machen “chik chik pok pok”, während sie sich auf Englisch wie “chugga chugga choo choo” anhören. Auch im Reich der Tierlaute gibt es unzählige Beispiele. Auf Afrikaans machen Bienen “zoem-zoem” (nicht wie im Englischen “buzz”) und auf Bengali macht die Kuh “hamba” (nicht “moo” oder wie bei uns “muh”). Auch das Krähen der Hähne hört sich überall ein wenig anders an: Das englische “cockadoodle-doo” wird auf Katalanisch “co-co-ro-co”, auf Deutsch “kikeriki” und auf Chinesisch “goh-geh-goh-goh”.

2. Das ist eine lange Geschichte …

Obwohl Deutsch weitaus berüchtigter für seine langen Wortungetüme ist, gibt es im Englischen durchaus auch einige überraschen vielbuchstabige Begriffe. Vielzitiertes Beispiel wäre antidisestablishmentarianism, aber damit erschöpft sich die Sache noch lange nicht. Eine bestimmte Störung der Schilddrüsenfunktion heißt zum Beispiel: Pseudopseudohypoparathyroidism, und Mary Poppins’ “supercalifragilisticexpialidocious” kennt nicht nur jeder, das Wort hat es sogar in einige Wörterbücher geschafft. Es gibt sogar ein Wort für die Angst vor langen Wörtern: “hippopotomonstrosesquipedaliophobia”. Aber haben lange Wörter irgendeinen besonderen Wert? Das kommt ganz auf deinen eigenen Geschmack an – falls du allerdings der Meinung bist, dass man ohne sie besser dran wäre, haben wir für dich noch ein langes Wort: floccinaucinihilipilification. Damit drückt man den Akt des Beschreibens einer Sache als unwichtig aus. In Ordnung, nächster Punkt.

3. Buchstabenanzahl

Das englische Alphabet hat 26 Buchstaben, beim deutschen ABC kommen noch ä, ö, ü und ß dazu. Vielen Menschen ist vielleicht gar nicht klar, dass ihr Alphabet nicht das einzig existierende auf der Welt ist. Rotokas, eine Sprache, die in Papua-Neuguinea gesprochen wird, hat nur elf Buchstaben und damit das kürzeste Alphabet der Welt. Die Krone für die meisten Buchstaben geht dagegen an Khmer, das in Kambodscha gesprochen wird, mit ganzen 74 Buchstaben.

4. Viele, viele Zeichen

Chinesisch (Mandarin/Kantonesisch) verfügt über ganze 50.000 Schriftzeichen. Du brauchst eine Menge Karteikarten, um sie alle zu lernen, aber wenn du Chinesisch lernen möchtest, fängst du besser gleich damit an. Keine Sorge, um eine Zeitung lesen zu können, brauchst du “nur” 2.000 Zeichen zu kennen.

5. Was kam als erstes?

Die Frage nach der ältesten Sprache der Welt kann im Grunde gar nicht beantwortet werden, weil gesprochene Sprachen und Kulturen mit ausschließlich mündlicher Überlieferung hier gar nicht eingerechnet werden (können). Die ältesten Sprachen mit schriftlichen Zeugnissen sind Hebräisch, Sanskrit, Sumerisch und Baskisch.

6. Kreative Linguisten

Mehr als 200 Kunstsprachen – manchmal auch “conlangs” genannt, also constructed languages, konstruierte Sprachen – wurden seit dem 17. Jahrhundert entwickelt und erdacht. Viele davon haben Philosophen konstruiert, um sich untereinander zu verständigen, aber die heutigen Kunstsprachen (wie das Elbische, Klingonisch, Na’vi und Dothraki) wurden für die Populärkultur, den Handel oder schlicht aus kommerziellen Gründen ersonnen.

7. Häufigkeit und Reime

Obwohl E sowohl der häufigste Buchstabe als auch der häufigste Vokal im Englischen ist – und R der häufigste Konsonant – beginnen mehr Wörter mit dem Buchstaben S. Eine besondere Kuriosität des Englischen besteht in der langen Liste von Wörtern, zu denen es kein einziges Reimwort gibt. Beispiele gefällig? Silver, bulb, angel, month, husband, wolf, purple, hungry, wasp. Wir könnten ewig so weiter machen …

8. Synonyme ohne Ende

Manche Sprachen verfügen über kulturelle oder kulinarische Eigenheiten mit Dutzenden von Synonymen (das wohl berühmteste Beispiel sind die vielen unterschiedlichen Begriffe für Schnee in den Eskimo-Sprachen Inuit und Yupik). Im Albanischen gibt es 27 Wörter für Schnurrbart (eins davon ist “dirs ur” und beschreibt den ersten Flaum auf der Oberlippe eines Teenagers) und im Somalischen beziehen sich ganz 43 Wörter auf Kamele. In Hawaii gibt es 108 Wörter, um eine Süßkartoffel zu beschreiben, 47 für Bananen und 200 für Regen.

9. Die wundervolle Welt der semordnilaps

Noch einmal Englisch: Ein Wort, das ein anderes Wort ergibt, wenn man es rückwärts buchstabiert – wie zum Beispiel stop > pots – nennt man ein semordnilap (das ergibt sich nämlich, wenn man “Palindromes” rückwärts buchstabiert). Einige Beispiele englischsprachiger semordnilaps sind: diaper > repaid, desserts > stressed, evil > live, dog > god, drawer > reward, gateman > nametag, smart > trams. Und jetzt kannst du ja mal versuchen, deutsche Beispiele zu finden …

10. Akzente in der Gebärdensprache

Es gibt keine “akzentfreie” gesprochene Sprache, und das gilt auch für Gebärdensprache. Das liegt daran, dass die Gebärdensprache keine direkte Übersetzung oder Wiedergabe gesprochener Sprache ist, sondern eine ganz eigene Sprache, mit eigener Grammatik, idiomatischen Ausdrücken, Slang und Umgangssprache. Von Geburt an taube Nutzer der Gebärdensprache können ganz leicht erkennen, ob ihr Gesprächspartner ebenfalls gehörlos ist, ob er oder sie hören kann oder die Sprache erst kürzlich gelernt hat. In den USA sind zum Beispiel die New Yorker dafür bekannt, die Gebärden besonders schnell auszuführen, während man es in Ohio ruhiger angeht. Akzente lassen sich durch unterschiedliche Gebärdenstile ausdrücken, etwa langgezogene, ausholende Gebärden für das typische Südstaaten-Englisch.

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